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17. Juni 2013

Snowden Dokumente enthüllen: London spionierte 2009 die Kommunikation von Teilnehmern zweier G20-Gipfel aus

Der Londoner Guardian berichtet jetzt unmittelbar vor Beginn des G8 Gipfels in Nordirland, dass 2009
während zwei G20 Gipfeln auf britischem Boden die Kommunikation von Politikern und Funktionären
der teilnehmenden Gastländer vom britischen Geheimdienst ausspioniert wurde. Ein 45-köpfiges Team soll dafür eingesetzt worden sein.
Die teilnehmenden Politiker konnten ein speziell präpariertes Internetcafe benutzen, damit Geheimdientmitarbeiter dann so ihre e-mail Kommunikation mitzulesen konnten.
Blackberry Handys wurden ausspioniert. Der NSA versuchte den russischen Politiker Dmitry Medvedev abzuhören, während er über eine Satellitenverbindung nach Moskau telefonierte. Abgefangene Kommunikation wurde in Echtzeit während des G20 Gipfels ausgewertet und die Erkenntnisse flossen noch während der Konferenz in den Verhandlungsprozess der britischen Regierung ein.
Der Beweis soll laut Darstellung des Guardian in einem als streng geheim eingestuften Dokumenten enthalten sein, die vom NSA Whistleblower Edward Snowden aufgedeckt wurden und vom Guardian eingesehen werden konnten. Sie belegen, dass während des G20-Treffen im April und September 2009  „bahnbrechende Intelligence-Funktionen“ angewendet wurden, wie in einem Dokument erwähnt wird, um die Kommunikation der Gast-Delegationen auszuspionieren.

Das September-Treffen der Finanzminister war auch das Ziel einer neuen Technik zur Überwachung. Es sollte ein Live-Bericht über jeden Anruf von Delegierten gegeben werden und alle Aktivitäten in einer Grafik dargestellt werden.
Diese Grafik wurde auf einer 3 x 5 Meter großen Video-Wand im Operationeszentrum sowie auf den Bildschirmen von 45 Analysten gezeigt, die für die Überwachung der Delegierten abgestellt waren.

„Zum ersten Mal hatten Analysten ein Live-Bild, darüber wer mit wem telefonierte. Das Bild wurde ständig aktualisiert.

Die Lauchangriffe wurden von dem 2009 amtierenden Regierungschef Brown genehmigt, die Abhörergebnisse gingen direkt an Regierungsmitglieder. Ein halbes Jahr vor Beginn G20 Treffen wurde die Spionageaktion begonnen. Mit der Aktion habe London den Verhandlungserfolg sicherstellen wollen. Die Echtzeit-Spionage sei wichtig, um Verhandlungen während der Gipfel besser beeinflussen und dirigieren zu können., hiess es in einem der veröfffentlichten Dokumente.

Ein weiteres Dokument zeigt eine Kampagne zwecks Eindringen in südafrikanische Computer auf. Darin wird beschrieben, dass es möglich war auf das Netzwerk ihres Außenministeriums zuzugreifen „, Telefonverbindungen die von der High Commission in London verwendet werden“ und „Dokumente konnten abgerufen werden einschließlich Anweisungen für südafrikanische Delegierten bei G20 und G8 Treffen „. (South Africa ist ein Mitglied der G20-Gruppe und hat Beobachterstatus bei G8-Treffen.)

Diese Enthüllungen des Guardian sind Teil der Informationen, die der US-Whistleblower Snowdon geliefert hatte, nachdem er sich aus den USA nach Hongkong abgesetzt hatte und der Washingteon Post und dem Guardian zur Ansicht vorgelegt hatte.

viele weitere Infos hier:

http://www.guardian.co.uk/uk/2013/jun/16/gchq-intercepted-communications-g20-summits

http://www.heise.de/tp/artikel/39/39342/1.html

 

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