[Junge Welt] »Fragen zum CIA-Terrorismus sind tabu«

Gespräch mit Daniele Ganser. Über den Luxemburger Bombenlegerprozeß, Geheimarmeen der NATO, strategisch geplanten Staatsterrorismus. Und über die ­vielen Steine, die der Forschung in den Weg gelegt werden
Peter Wolter
Dr. Daniele Ganser leitet das Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER) in Basel, das den globalen Kampf ums Erdöl und das Potential von erneuerbaren Energien untersucht. Sein Buch »NATO-Geheimarmeen in Europa. Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung« (London 2005, deutsch: Zürich 2008) ist ein Standardwerk zum Thema dieses Interviews.

Im Luxemburger Bombenlegerprozeß hat der Duisburger Historiker Andreas Kramer ausgesagt, sein Vater habe im ­NATO-Auftrag zwischen 1984 und 1986 Bombenanschläge in Luxemburg organisiert. Kramer senior sei auch mitverantwortlich für den Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980. Sie sind Autor eines Standardwerkes über NATO-Geheimarmeen – wie plausibel kommen Ihnen diese Aussagen vor?

Die Forschung hat erwiesen, daß es diese Geheimarmeen tatsächlich gab. Nachgewiesen ist, daß sie geheime Sprengstoff- und Waffendepots angelegt hatten. Klar ist auch, daß sie Bombenanschläge durchführen konnten, also auch die Sprengung von Strommasten, um die es in dem Luxemburger Prozeß geht. Sie waren ja dazu ausgebildet, im Falle einer Besetzung von Westeuropa als Guerilla einen Kleinkrieg zu führen. Diese »Stay behind«-Armeen waren Anfang der 50er Jahre in so gut wie allen NATO-Ländern aufgebaut worden.

Die NATO selbst trägt allerdings nicht das Geringste zur Aufklärung bei. Kein Wissenschaftler, der zu »Stay behind« forscht, hat jemals eine Antwort auf die Frage bekommen, ob es während des Kalten Krieges zur Strategie des Militärbündnisses gehörte, Terroranschläge in Europa zu begehen.

Die NATO wurde 1990 von britischen Journalisten gefragt: Gibt es diese Geheimarmeen? Erste Reaktion: »Die gab es nicht.« Schon am nächsten Tag ruderte die NATO zurück: »Sorry, die gab es doch. Wir sagen dazu aber nichts. Ist streng geheim.« Kurz darauf holte der Supreme Allied Commander Europe, der SACEUR – damals der US-General John Galvin – die Botschafter der Mitgliedsstaaten zusammen und unterrichtete sie über die Hintergründe. Hinter verschlossenen Türen allerdings – was die Forschung schwierig macht.

Ich kann mir vorstellen, daß die Aussagen von Andreas Kramer stimmen. Allerdings müßte er noch Dokumente oder andere Beweise beibringen, um seine Aussagen überprüfen zu können. Zunächst müßte recherchiert werden, ob Kramer senior tatsächlich Hauptmann der Bundeswehr und Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) war. Sein Sohn behauptet, Heidrun Hofer sei seine Sekretärin gewesen – auch das müßte geprüft werden. Um Frau Hofer gab es damals einen Skandal: Sie war als BND-Angehörige vom sowjetischen Geheimdienst KGB ausspioniert worden. Sie lebt noch, es wäre toll, wenn sie die Aussagen von Andreas Kramer kommentierte.

Dann müßte der frühere BND-Mann Norbert Juretzko befragt werden. Der hat in seinem Buch »Bedingt dienstbereit« auch über die Geheimarmee in Deutschland und das »Stay behind«-Training geschrieben. Er sei von einem Mann mit dem Decknamen »Cello« ausgebildet worden – und genau diesen Namen bringt jetzt Kramer jr. ins Spiel, indem er behauptet, sein Vater sei »Cello« gewesen. Man könnte Juretzko also mit Fotos vom Hauptmann Johannes Kramer konfrontieren und fragen, ob er ihn erkennt.

Ein weiteres Problem für die Forschung ist, daß es in Deutschland keine parlamentarische Untersuchung der »Stay behind«-Umtriebe gab. Obwohl das Europaparlament 1990 in einer geharnischten Resolution1 alle EU-Staaten auffordete, die Rolle dieser Geheimarmeen zu untersuchen, geschah in Deutschland nichts.

1990 standen die ersten gesamtdeutschen Wahlen an, SPD und Grüne forderten, daß auch der Bundestag einen Ausschuß einsetzt – wobei sie sicher im Auge hatten, daß sich das im Wahlkampf gut machte. Als die CDU der SPD dann allerdings steckte, daß auch die früheren SPD-Kanzler Willy Brandt und Helmut Schmidt in diese geheimen Aktivitäten eingeweiht waren, war das Thema für die Sozialdemokraten gegessen. Die Grünen alleine konnten diesen Ausschuß dann aber nicht durchsetzen. Lediglich das Parlamentarische Kontrollgremium, das die Arbeit der Geheimdienste überwachen soll, hat sich dann mit dem Thema befaßt, unter strikter Geheimhaltung allerdings.

In Luxemburg kam jetzt heraus, daß der frühere Premier Jacques Santer und sein Nachfolger Jean-Claude Juncker über die Beteiligung von »Stay Behind« bei den Anschlägen auf die Strommasten informiert waren.

Als die Geheimarmee in Luxemburg 1990 aufflog, war Santer Premier. Vor dem Parlament sagte er damals, er sei überrascht, daß es diese Geheimarmee auch in Luxemburg gab, er habe nichts darüber gewußt. Jetzt, 23 Jahre später, sind während des Prozesses Dokumente aufgetaucht2 die beweisen, daß Santer sehr wohl über die Existenz der Geheimarmee informiert war. Er hat also 1990 gelogen. Ob die Geheimarmee in Luxemburg die Strommasten gesprengt hat und ob Santer das wußte, scheint mir noch nicht geklärt, aber es wird sicher spannend, wenn er seine Aussage im Prozeß macht.

Aber haben nicht in anderen Ländern parlamentarische Untersuchungsausschüsse Licht in diese Machenschaften gebracht?

Das stimmt, und zwar in Belgien, Italien und in der Schweiz, 2008 auch in Luxemburg. Sie alle haben bestätigt, daß es diese Geheimarmeen gab. Wichtig sind vor allem die Erkenntnisse aus Belgien. Im Bericht des Parlamentes steht, daß die Geheimarmeen der NATO zwei Unterabteilungen hatten – das Allied Clandestine Committee (ACC) und das Clandestine Planning Committee (CPC). Noch nicht geklärt ist, ob in Belgien die Geheimarmee etwas mit den Terroranschlägen in der Provinz Brabant zu tun hat. Der belgische Verteidigungsminister ließ das damals untersuchen, die Untersuchung wurde aber vom Geheimdienst blockiert. Zwischen 1982 und 1985 wurden wahllos in Supermärkten 28 Menschen erschossen, ob die Geheimarmee dahinter steckte, ist unklar.

Andreas Kramer sagt jetzt, sein Vater habe an ACC-Sitzungen teilgenommen, in denen solche Anschläge geplant wurden. Ob es stimmt, könnte man anhand der Protokolle dieses NATO-Gremiums herausfinden. In einige von ihnen konnten damals die Mitglieder des belgischen Untersuchungsausschusses Einblick nehmen. Nach 25 Jahren sollten diese ACC-Protokolle auch für die Forschung zugänglich sein – sie sind aber nicht mehr vollständig, offenbar wurde einiges vernichtet. Es ist also sehr unwahrscheinlich, daß die noch vorhandenen Dokumente weiterführen.

Am besten dokumentiert ist wohl der Anschlag von 1972 in der italienischen Stadt Peteano, bei dem drei Carabinieri ums Leben kamen. Nach 1968 hatte die Linke starken Zulauf, also wurde dieser Mord den Roten Brigaden in die Schuhe geschoben – letztlich sollte so die KP geschwächt werden. Der Attentäter war aber ein bekennender Faschist, Vincenzo Vinciguerra mit Namen. Vor Gericht gestand er 1984, daß er den Anschlag mit Hilfe des militärischen Geheimdienstes ausgeführt hatte. Diese Kooperation von NATO, Geheimdiensten und Rechtsextremen ist bei diversen Anschlägen in Europa nachgewiesen worden. Das ist Staatsterrorismus. Ob auch der Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest am 26. September 1980 Staatsterror ist, bleibt vorerst unklar, das muß untersucht werden. Dasselbe gilt für das Attentat von Bologna, bei dem im selben Jahr 85 Menschen in die Luft gesprengt wurden.

Die Aktivitäten von »Gladio«, wie die »Stay behind«-Truppe in Italien hieß, wurden erst dadurch aufgedeckt, daß der Untersuchungsrichter Felice Casson Mitte der 80er Jahre die Erlaubnis bekam, im Archiv des militärischen Geheimdienstes zum Anschlag von Peteano zu recherchieren. Erst 1990 hat der mehrmalige Ministerpräsident Giulio Andreotti vor dem Senat in Rom die Existenz der »Gladio«-Geheimarmee und ihre direkten Verbindungen zur NATO, zur CIA und zum MI 6 bestätigt.

Deutsche Medien haben darüber so gut wie gar nicht berichtet.

Es gab wenige Berichte damals in den Zeitungen, aber die sind völlig in Vergessenheit geraten. Wenn ich im Gespräch mit Deutschen die Stichworte »Staatsterrorismus«, »Gladio«, »Stay behind« oder »NATO-Geheimarmee« anspreche, ernte ich oft verständnislose Blicke. Bei dem Wort »Champions League« leuchten die Augen allerdings auf.

Diese strategischen Begriffe sind in Deutschland also weitgehend unbekannt, allerdings nicht bei Leuten, die sich für internationale Politik, Menschenrechte oder Zeitgeschichte interessieren. Die deutschsprachige Ausgabe meines Buches »Nato-Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung« wurde bis heute 10000 Mal gekauft, was mich als Autor natürlich freut. Wenn man das aber ins Verhältnis setzt zu den rund 100 Millionen Deutschsprachigen in Europa, dann sieht man, daß die NATO-Geheimarmeen wohl weniger als einem Prozent der Bevölkerung bekannt sind. Leider kennen auch Professoren für Internationale Politik oft kaum Fakten zu den genannten Stichwörtern.

Sie würden Ihnen vorhalten, Sie seien ein »Verschwörungstheoretiker«.

Das ist ein Kampfwort, es heißt nichts anderes als: »Bis hierhin darfst du denken und sprechen. Aber keinen Schritt weiter!« Das ist völliger Unsinn, an diese Denk- und Sprechverbote sollte man sich nicht halten. Im Kern geht es doch um List bei den Geheimarmeen und auch bei der Manipulation von Terroranschlägen.

Zurück zu den Recherchemöglichkeiten. Welchen Spielraum bietet der »Freedom of Information Act« (FOIA) in den USA – ein Gesetz, das die Offenlegung von Akten regelt. Sind damit nicht auch früher geheime Dokumente des US-Geheimdienstes zugänglich geworden?

Gesetz hin, Gesetz her – die CIA gibt nur das heraus, was sie herausgeben will. Ich habe den FOIA genutzt und mehrfach schriftlich angefragt, nie aber eine Auskunft bekommen. Österreichische Kollegen haben es sogar mit Unterstützung ihrer Regierung versucht, ebenfalls ohne Erfolg.

Die CIA hatte auf jeden Fall die Finger in den Geheimarmeen. Der frühere CIA-Chef William Colby hat das in seinen Memoiren »Honorable Men« auch zugegeben. Es gibt auch andere Quellen, die bestätigen, daß die CIA und der britische Geheimdienst MI 6 diese Strukturen aufgebaut haben. Die Story wird uns von offizieller Seite aber immer so präsentiert: »Okay, wir haben ›Stay behind‹ für den Fall einer sowjetischen Invasion aufgebaut. Die ist nicht gekommen, also ist auch nichts passiert.« Aber das ist nicht die ganze Geschichte.

Der Chef der italienischen »Gladio« war General Geraldo Serravalle. In einem Buch, das er darüber geschrieben hat, berichtet er allerdings, die CIA-Ausbilder seien gar nicht so sehr an Vorbereitungen für den Fall einer sowjetischen Invasion interessiert gewesen. Ihnen sei es eher darum gegangen, wie man auf die Innenpolitik Einfluß nehmen könne, zum Beispiel Gewerkschaftsdemonstrationen zu zerschlagen.

Sind auf dem Gebiet der BRD »Stay behind«-Aktivitäten dokumentiert worden?

Das einzige, was herausgekommen ist, stammt aus den 50er Jahren in Hessen. Der damalige Generalstaatsanwalt des Landes, Fritz Bauer, hatte ein von »Stay behind« genutztes Gebäude von der Polizei durchsuchen lassen. Dabei wurde eine Liste mit Namen von Leuten entdeckt, die im Spannungsfall umgebracht werden sollten. Es gab auch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß im Landtag. Ministerpräsident August Zinn (SPD) wollte, daß diese Geheimarmee aufgelöst wird, stieß damit aber auf den Widerstand der Bundesregierung und der NATO.

Haben Sie eine Theorie dazu, warum sich die deutschen Medien bei diesem Thema so zurückhalten? Auch über den Luxemburger Prozeß und die Aussage von Kramer jr. wurde bisher fast nur von der jW berichtet.

Deutsche Medien meiden nach meiner Beobachtung Themen wie NATO und Geheimarmeen, auch mit dem Zusammenhang von Terrorismus und Rechtsextremismus tun sie sich schwer. In Deutschland geht es auch immer darum, auf keinen Fall die USA zu verärgern. Wenn Washington sagt: »Wir müssen jetzt alle zum Hindukusch«, dann kommt Deutschland mit – und das, obwohl viele deutsche Generäle von Anfang an wußten, wie fragwürdig die Operation ist.

Bei Politikern kann man das nachvollziehen. Aber wie erklären Sie, daß die Medien mitmachen?

Fragen, wie etwa zum CIA-Terrorismus in Europa, waren tabu und sind es auch heute noch. Ich habe die Berichterstattung deutscher Medien zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York hautnah miterlebt. Als ich damals zu bedenken gab, daß man untersuchen müsse, ob die Regierung von US-Präsident George Bush die Öffentlichkeit nicht nur über die ABC-Waffen im Irak, sondern auch zum Terroranschlag angelogen hat, wollte die deutsche Presse dies auf keinen Fall diskutieren. In einer TV-Debatte hatte ich dem damaligen Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust gesagt, es gebe zu viele Unklarheiten und Widersprüche. Vielleicht sei Bin Laden der Urheber gewesen, vielleicht sei auch etwas von Bush und seinen Leuten manipuliert worden. Man müsse also in aller Ruhe die Fakten durchgehen. Aust lehnte empört ab, das sei völlig absurd, über inszenierten oder manipulierten Terror wolle er nicht reden.

In Vorträgen vor deutschem Publikum sage ich gerne: »Ihr habt so viel an analytischer Power, warum traut Ihr Euch eigentlich nicht, Fragen zum Anschlag auf das World Trade Center (WTC) zu stellen?« Fast jeder kennt das Video vom Einsturz des WTC-Gebäudes Nr. 7. Das Gebäude fiel zusammen, ohne daß es von einem Flugzeug getroffen wurde. BBC meldete als erster Sender den Einsturz von WTC 7, aber 20 Minuten zu früh, während das Gebäude noch stand – das ist doch komisch! Schweizer Professoren, die ich dazu befragt habe, erklärten, daß es gesprengt worden sein muß, bei 80 Stahlträgern sei das symmetrische Zusammensacken nicht anders zu erklären. Sie waren damit einverstanden, daß ich ihre Erkenntnis in einem Artikel zitiere.

Als ich wenig später in Deutschland einen Vortrag über verdeckte Kriegführung und Geostrategie hielt, kam ein Professor für Baustatik auf mich zu. Er sagte, sein Institut habe alles durchgerechnet und sei zu dem Ergebnis gekommen: Sprengung! Als ich vorschlug, das zu publizieren, wehrte er ab: »Dann werde ich öffentlich geteert und gefedert. Mir wird angehängt, ich sei Verschwörungstheoretiker, Antisemit, Pädophiler oder noch was Schlimmeres.« Die meisten Wissenschaftler fürchten die Hetzkampagnen der Medien, sie sprechen nicht öffentlich über diese heiklen Themen.

Wir sprachen die NATO-Strategie an, den Linken solche Anschläge in die Schuhe zu schieben und damit einen Rechtsruck zu provozieren. Wer hat sie erfunden?

Alle Spuren führen zum Pentagon. Es heißt ja Verteidigungsministerium, aber historisch korrekt wäre »Angriffsministerium« – man braucht nur die Liste der Länder durchgehen, die die USA in den vergangenen 60 Jahren bombardiert haben. Das Pentagon kennt das Instrument des manipulierten Terrors sehr genau. Beginnen wir mit dem »Northwood«-Dokument3, in dem US-General Lyman Lemnitzer 1962 nach dem Scheitern der Invasion in der Schweinebucht u. a. vorschlug, ein Passagierflugzeug über Kuba durch eine unbemannte ferngesteuerte Drohne zu ersetzen und diese zu sprengen, um das Verbrechen Fidel Castro in die Schuhe zu schieben. Der Öffentlichkeit, so stand es im Papier, werde dann mitgeteilt, in der abgeschossenen Maschine seien US-Studenten gewesen. Ein anderer Vorschlag war, ein US-Schiff auf dem Militärstützpunkt Guantánamo in die Luft zu sprengen; ein dritter, in Washington und New York Bomben hochgehen zu lassen und Castro dafür verantwortlich zu machen. Genau das ist die Strategie der Spannung, und zwar in Reinkultur. In diesem Fall wollte man damit einen Krieg gegen Kuba legitimieren, eine Invasion der Insel. Präsident Kennedy stoppte die Operation »Northwood«, sie wurde nicht umgesetzt. Der verrückte General Lemnitzer wurde als NATO-Oberbefehlshaber nach Europa versetzt.

Diese »Denke« ist typisch für viele Generäle. Sie wollen nur siegen – wieviele Leute dabei sterben, ist ihnen gleich. Das läßt sich aber nur dadurch ins Werk setzen, daß die dahinterstehende Strategie nicht durchschaut wird, es ist also List nötig. Und der große Irrtum der deutschen Medien ist, daß sie reflexartig die Vokabel »Verschwörungstheoretiker« aus dem Hut ziehen, sobald man nach einer eventuellen List fragt.

Am 6. Mai beginnt in München der Prozeß wegen der NSU-Morde. Würde es Sie überraschen, wenn dabei herauskäme, daß deutsche Geheimdienste im Hintergrund die Fäden gezogen haben?

Mich wundert gar nichts mehr, ich halte alles für möglich. Die Kombination von Lüge und Gewalt ist weit verbreitet. Die historische Forschung muß aber immer verläßliche Quellen finden, bevor sie Hintergründe ausleuchten kann. Ich persönlich erachte es als sehr wichtig, daß die Wissenschaft nicht behindert wird, auch wenn sie sensible Themen wie Staatsterrorismus untersucht. Auch hier muß die Forschungsfreiheit gelten.