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4. Oktober 2012

Analyse der Konsequenzen von Militärschlägen gegen die Atomanlagen des Iran

Eineinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima – wird die Weltöffentlichkeit seitens Israel,
den USA, einigen weiteren NATO Mitgliedern und mit Hilfe der bürgerlichen Medien auf Luftangriffe auf Atomanlagen in Iran eingestimmt. In aller Öffentlichkeit wird über Anschläge auf iranische Nuklearanlagen spekuliert, über etwas was unabsehbare Konsequenzen bedeuten würde, für die Region und darüber hinaus.
 
Dieser Artikel will die Konsequenzen eines solchen Szenarios beleuchten und bezieht sich auf eine in den USA verfassten Analyse. Darin versucht eine Gruppe, die der iranischen Regierung sehr kritisch bzw. feindlich gegenübersteht, Fallstudien über die Konsequenzen eines Angriffs auf die Atomanlagen für die Städte Isfahan, Natanz, Arak und Bushehr zu erstellen.
Um die Konsequenzen eines militärischen Angriffs gegen die Atomanlagen des Iran zu verstehen, ist es unerlässlich, den Hintergrund, die Infrastruktur und die Strukturen der möglichen Angriffsziele zu verstehen.
 
Die Städte Isfahan, Natanz, Arak und Bushehr und ihre Umgebung würden diejenigen sein, die laut dieser Studie am ehesten von einem Militärschlag und den Folgen betroffen würden. In diesem Artikel wird zunächst auf Isfahan und Bushehr Bezug genommen. Die Fallstudien für Natanz, Arak werden in einem weiteren Artikel veröffentlicht.
 
Nach Einschätzung von Experten ist es sehr wahrscheinlich, dass als Folge eines Militärschlags gegen den Iran neben den ca 5.000 Mitarbeitern in den iranischen Atomanlagen selbst, eine große Anzahl von zivilen Opfern als Folge der Freisetzung von giftigen und radioaktiven Materialien zu erwarten wäre. Möglicherweise könnten Hunderttausende von Zivilisten hochgiftigen Chemiewolken ausgesetzt werden und im Fall der Zerstörung des in Betrieb befindlichen Reaktorenin Arak und Bushehr  radioaktiven Fallout ausgesetzt sein.
 
Isfahan wäre bei einem Angriff extrem stark betroffen.
Die Uranumwandlungsanlage Isfahan ist Hauptbestandteil des iranischen Atomprogramms und Standort für die Produktion von Uranhexafluorid.
Bei einem Angriff auf die Anlage bei Isfahan wären wir mit chemischer Kriegsführung ungeheuren Ausmasses konfrontiert.
Dies würde die massive Freisetzung von hochgiftigen Gasen in der Nähe eines Ballungszentrums bedeuten. Das Zentrum von Isfahan ist weniger als 15 Kiilometer von der Uranumwandlungsanlage entfernt und die giftige Wolke würde die Vororte
von Isfahan in weniger als einer Stunde erreichen.
 
Ein Militärschlag auf der Anlage in Isfahan wäre zu vergleichen mit dem Indutrieunfall im Jahre 1984 in Bhopal, Indien  – in der Fabrik von Union Carbide Werk. Bei diesem Unfall, kam es zu Freisetzung von 42 Tonnen Methylisocyanat auf die Stadt Bhopal.
Die Schätzungen der Todesfälle liegt zwischen 3.800 bis 15.000 lag. Über die Todesfälle hinaus leiden abertausende immer noch unter gesundheitlichen Folgen: Mehr als 500.000 Opfer bekamen in Bhopal Vergütungszahlungen.
 
Ein Militärschlag auf die iranische Atomanlage in Bushehr, wo sich auch das einzige in vollem Betrieb befindliche AKW befindet, würde eine Katastrophe auslösen von einem Ausmass das selbst die zivile Verteidigungsfähigkeit in den modernsten Industrieländer überfordern würde,.
 
Eine Studie des „Center for Strategic and International Studies (CSIS)“ die im März 2009 veröffentlicht wurde, schätzt dass ein Angriff auf die operativer Atomanlage Hunderttausende Opfer bedeuten könnte. Die Studie stellt fest dass es zur Freisetzung von hoch radioaktiven Spaltprodukten kommen würde, unter anderem von Iod-131, Strontium-90, Caesium-137, Plutonium-239.
 
Die CSIS-Studie warnt: „Jeder Militärschlag auf den Bushehr Atomreaktor würde den sofortigen Tod von Tausenden von Menschen bedeuten und weitere Tausende von Todesfällen durch Krebs oder sogar weitere Hunderttausende abhängig von der Bevölkerungdichte entlang der nuklearen Wolke.
Die iranische Stadt Shiraz hat 1.500.000 Einwohner und liegt im Nordosten des Kraftwerks. Allerdings könnten die vorherrschenden Winde das radioaktive Material in die entgegengesetzte Richtung tragen. Über den Persischen Golf würde dann aich der Irak und Kuwait kontaminiert sowie Bahrain und andere Länder entlang der südlichen Küste
Praktisch alle Ballungszentren am Persischen Golf, darunter Kuwait, Bahrain, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate wären gefährdet wäre. Der überwiegende Teil der Entsalzungsanlagen in Saudi-Arabien, Kuwait und in den Vereinigten Arabischen Emirate, die mehr als die  Hälfte der weltweit Wasserentsalzung Kapazität ausmachen würden ebenfalls kontaminiert.
 
Es wurden Fallstudien für die Städte Isfahan, Natanz, Arak und Bushehr entwickelt. Diese Städte und ihre Umgebung würden diejenigen sein, am ehesten unter einem Militärschlag und seinen Folgen zu leiden hätten.
 
Isfahan wäre bei einem Angriff extrem stark betroffen. Die Uranumwandlungsanlage Isfahan ist Hauptbestandteil des iranischen Atomprogramms und Standort für die Produktion von Uranhexafluorid.
 
Laut der IAEA Sudien aus den Jahren 2004 bis 2010, hat die Isfahan Uranium Conversion Facility (UCF) über 371 Tonnen Uranhexafluorid produziert. Wenn ein beträchtlicher Bestand dieses Materials der noch in Isfahan lagert,  bei einem Angriff getroffen werden, wären wir mit chemischer Kriegsführung ungeheuren Ausmasses konfrontiert. Dies würde die Freisetzung von hochgiftigen Gasen in der Nähe eines Ballungsraums bedeuten. Das Zentrum von Isfahan ist weniger als 15 Kiilometer von der Uranumwandlungsanlage entfernt und die giftige Wolke würde die Vororte von Isfahan in weniger als einer Stunde erreichen.
 
Ein Militärschlag auf der Anlage in Isfahan wäre zu vergleichen mit dem Indutrieunfall 1984 in Bhopal, Indien  – in der Fabrik von Union Carbide Werk. Bei diesem Unfall, kam es zu Freisetzung von 42 Tonnen Methylisocyanat auf die Stadt Bhopal.  Die Schätzungen der Todesfälle liegt zwischen 3.800 bis 15.000 lag.  Über die Todesfälle hinaus leiden abertausende immer noch unter gesundheitlichen Folgen:
Mehr als 500.000 Opfer bekamen Vergütungszahlungen.
 
Die Fallstudien für Natanz, Arak werden in einem weiteren Artikel veröffentlicht.
 
 
Bereits in einem Artikel in der Tageszeitung “Welt” vom 17. Februar werden die Möglichkeiten des Potentials der israelischen Armee durchgespiel, ob diese in der Lage wäre das iranische Atomprogramm erfolgreich ausschalten zu können.
Verschiedene Angriffsziele im Iran mit den jeweils besten Optionen und Nachteilen verschiedenster Waffensysteme werden durchdekliniert, bevor man im letzten Drittel der Artikels auf eine kurze aber bedeutende Passage stößt, in der tatsächlich das Szenario eines Bombenangriffs auf ein im Betrieb befindlichen iranischen Atomkraftwerk beschrieben wird:
“Ein mögliches Primärziel für Israel könnte der Leichtwasserreaktor in Buschehr sein. Er hat zwar keinen unmittelbaren Bezug zum iranischen Nuklearprogramm, stellt aber potenziell ein erhebliches nukleares Risiko dar. Nicht ohne Grund sagte ein hoher Vertreter der israelischen Nuklearelite vor einem Jahr in Berlin: “Wir können mit diesem Reaktor nicht leben.””
Weiter heisst es: “Ein Dilemma ergibt sich jedoch daraus, dass der Reaktor Buschehr schon vor Wochen aktiviert worden sein soll: Eine Zerstörung hätte also die Verstrahlung großer Gebiete des Iran, aber auch von Teilen angrenzender Golfstaaten zur Folge.”
http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article13873114/Kann-Israel-das-ueberhaupt.html

Pläne für Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen und AKW – 25.9.12
4. Oktober 2012

Heathcote Williams: Der Herr der Drohnen. Der Präsident und die Fliege im Weißen Haus

 
Heathcote Williams:
Der Herr der Drohnen. Der Präsident und die Fliege im Weißen Haus
 
„Das Weiße Haus aber begrüßte seinen neuen Amtsinhaber mit fiebernder Erregung,
während es von Spezialagenten des Geheimdienstes wimmelte –
jeder bepackt mit hochmodernen Waffen, um jegliches Eindringen
ins Allerheiligste der Vereinigten Staaten abzuwehren.
 
An einem Junitag jedoch, im East Room des Weißen Hauses,
während eines Grundsatzinterviews mit dem neuen Präsidenten –
anberaumt, um „seinen akuten Rang in den Medien einschätzen zu können“ –
ignorierte eine muntere, abtrünnige Fliege all diese Maßnahmen.
 
Im Steig- und Sinkflug vollzog sie sirrende Kapriolen,
als trotze sie der Erdanziehung.
Mit ihren Facettenaugen steuerte sie geschickt
durch Knäuel großer Gestalten und grelle Beleuchtung.
 
Glitzernder Harlekin in komplizierter Verkleinerung,
anarchischer Don Juan der natürlichen Welt;
in Pirouetten und rasenden Tänzen in der Luft
suchte sie nach Süßem als Treibstoff für ihre Serenaden.
 
Gespannt die ungeduldige Verärgerung des neuen Präsidenten bemerkend
und darauf getrimmt, aus Lappalien „historische Ereignisse“ zu machen,
erklärt der eifrige Interviewer bedeutungsvoll:
„Das ist die hartnäckigste Fliege, die ich je gesehen habe.“
 
Der Präsident der USA deutet dies als einen Ruf zu den Waffen und schlägt zu:
Die Fliege fällt, er kickt sie dann mit seinem Schuh über den Teppich –
ihr Verbrechen war es, die Luft des Weißen Hauses zum Fliegen zu benutzen,
anstatt die Platitüden der US-Regierung schweigsam einzuatmen.“
(.)
 
(Auszug aus dem Gedicht von Heathcote Williams)
 
 
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