Konservativer Terrorismus

Konservativer Terrorismus 24. Juli 2011
http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2011/07/24/konservativer-terrorismus/

Einige Massenmedien wie Bertelsmann’s n-tv bezeichnen Anders Behring Breivik, den Täter des Massakers vom 22.7. in Norwegen, als „rechtsextrem“, andere wie die österreichische „Kleine Zeitung“ der Styria Media Group beschreiben ihn als „Neonazi“ und Springer’s Bild nennt ihn „Rassist“. Im Falle des islamophoben Ermordung von Marwa El-Sherbini waren diese Bezeichnung für den Täter wohl zutreffend, doch beim Massaker in Norwegen sieht die Sache etwas anders aus, und die Massenmedien haben allen Grund die Wahrheit zu verbergen.

Der Täter selbst bezeichnete sich auf seinem wenige Tage vor der Tat angelegten und kurz nach der Tat von Facebook gelöschten Profil nämlich explizit als „konservativ“ und „christlich.“. Als seine Idole hat Anders Behring Breivik auf seiner Facebook-Seite den britischen Pollitiker Winston Churchill und den norwegischen Widerstandskämpfer und späteren Unternehmer Max Manus angegeben.

Ein blonder, großer nordischer Typ war der Täter, finanziell erfolgreich, konservativ und christlich. Herrschende Medien und Polizisten zeigen sich überrascht. „Er kam einfach aus dem nichts,“ betitelt der deutsche Spiegel einen Polizisten zitierend einen Artikel. Dahinter steht unschwer erkennbar die Illusion, konservative Christen tun „so etwas“ nicht. Schließlich sind die Eigentümer und Chefs der meisten Medien genau das: konservative Christen. Nachdem er „es“ getan hat, kann er unmöglich ein konservativer Christ sein. Denn ist das konservative Christentum eine Ideologie, dann ist auch die Ideologie, die eben jene Medien vertreten und verbreiten, eine Ideologie, die Terrorismus gebiert.

Es wundert deshalb nicht, dass viele Medien den Täter lieber mit Begriffen beschreiben wie „Neonazi“, „rechtsextrem“ oder „Rassist“ als mit den Begriffen, mit denen der Täter sich selbst bezeichnet, nämlich „konservativer Christ.“ Verwendeten die Medien den Begriff „konservativer Christ“, so führte sie zur Notwendigkeit der Reflexion der eigenen Ideologie, nämlich des konservativen Christentums. Und so findet sich unter deutschen Medien nicht ein einziges Medium, dass die naheliegende Frage stellt, wenn der Täter denn ein „konservativer Christ“ ist, warum er sich dann nicht an die zehn Gebote hält. Dort heißt es schließlich ganz deutlich: „Du sollst nicht töten!“

Dabei kennt ausnahmslos jeder Journalist, der in einem Massenmedium des westlichen Kulturkreises arbeitet, das fünfte Gebot. Doch würde ein Journalist mit dem Finger auf den Täter zeigen, um die Verletzung des fünften Gebotes anzuprangern, so würden drei seiner Finger auf ihn selbst zeigen. Natürlich haben die wenigsten Journalisten der Massenmedien jemals selbst eigenhändig getötet. Doch gehören sie zu denjenigen einflussreichen Persönlichkeiten, die das Töten anderer Menschen in der christlich-konservativen Gesellschaft zur gesellschaftlich akzeptierten Normalität haben werden lassen.

Einen Tag vor dem Massaker in Norwegen wurde im US-Bundesstaat Georgia der 37-jährige Andrew DeYoung getötet. Es ist nicht so, dass die Medien das nicht mitbekommen hätten. Die Webseite des konservativ-christlichen Spiegel berichtete beispiels darüber, dass die Hinrichtung gefilmt wurde, doch entschiedene Kritik daran, dass mit der Hinrichtung gegen das fünfte Gebot verstoßen wurde, blieb aus – und das obwohl Nathan Deal, der Gouverneur des Staates Georgia, der die Hinrichtung hätte verhindern können, sich als Christ bezeichnet. Und es gab trotz der eklatanten Verletzung des fünften Gebotes unter Federführung eines christlichen Governeurs im befreundeten Staat USA auch keinerlei Aufschrei über die Tötung von Andrew DeYoung in der deutschen Politik, auch nicht in den christlichen Unionsparteien. Das Töten anderer Menschen ist so ein Stückchen weiter zur gesellschaftlich akzeptierten Normalität in der christlich-konservativen Gesellschaft geworden.

Am frühen Morgen des Freitag, dem 22.07.2011, dem Tag des Massakers in Norwegen, haben Männer des überwiegend christlich-konservativen Militärbündnisses NATO, zu dem auch Norwegen und Deutschland gehören, in der Provinz Paktika des fernen Landes Afghanistans an einem mehrere Stunden andauernden Massaker mitgewirkt, bei dem mehr als 50 Menschen getötet wurden. Kein christlich-konservatives Medium hat die Verletzung des fünften Gebotes angeprangert, und das, obwohl bekannt ist, dass zahlreiche führende in Afghanistan tätige Militärs der NATO Mitglieder in christlichen Gemeinschaften wie Opus Dei oder dem Malteserorden sind. Im Gegenteil, Springers Berliner Morgenpost, ein mächtiges mediales Flagschiff der christlich-konservativen Wertegemeinschaft in Deutschland, beschrieb die Tötung von mehr als 50 Afghanen, die sich gegen die Besatzung ihres Landes durch ausländische Truppen werden, kurz und knapp ohne jede Kritik. Das Töten anderer Menschen ist so ein Stückchen weiter zur gesellschaftlich akzeptierten Normalität in der christlich-konservativen Gesellschaft geworden.

Im Verlauf des Freitags haben Kampfflugzeuge des christlich-konservativ dominierten Militärbündnisses NATO eine Fabrik für Wasserrohre etwa zehn Kilometer südlich der libyschen Hafenstadt Brega bombardiert und dabei sechs Menschen getötet. Ebenfalls am Freitag haben Soldaten der NATO im Bezirk Zarni der afghanischen Provinz Wardak drei Menschen durch Erschießen in ihrem zivilen Fahrzeug getötet, darunter eine Ärztin und ihren Sohn. Die Tötung dieser Menschen durch Angehörige des christlichen Kulturkreises war den christlich-konservativen Medien Deutschlands nicht wichtig genug, um überhaupt darüber zu berichten. Das Töten anderer Menschen ist so stillschweigend ein Stückchen weiter zur gesellschaftlich akzeptierten Normalität in der christlich-konservativen Kultur geworden.

Am Samstag haben Kampfflieger der christlich-konservativ dominierten NATO mindestens sechs große Bomben auf die libysche Stadt Tripolis geworfen, jede einzelne davon vermutlich mit einer größeren Zerstörungskraft wie die am Freitag in Oslo gezündeten sechs Tonnen Diesel-Dünger-Sprengstoff und obendrein höchstwahrscheinlich wie üblich mit hochgiftigem abgereicherten Uran versetzt. Und so weiter und so fort. So wird getötet, seit Jahrzehnten, tagein, tagaus, ganz christlich-konservativ, versteht sich.

Glaubt jemand ernsthaft, das Töten bliebe ohne Folgen für die tötende Gesellschaft? Der katholisch-konservativ geprägte US-Soldat Timothy McVeigh hat im Februar 1991 bei seinem ersten Tag im ersten Golfkrieg gegen den Irak einen Iraker mit seiner Kanone geköpft und das gefeiert. Kurz darauf bekam er, wie viele andere US-Soldaten auch, den Befehl sich massenhaft ergebende irakische Soldaten zu töten, weil nicht genug Platz für Gefangene da war, und war schockiert über das Ausmaß der Zerstörung auf der Straße des Todes. Am 19. April 1995 zündete Timothy McVeigh vor dem Murrah Federal Building in Oklahoma City einen aus 2,4 Tonnen Düngemittel und einigen Hundert Litern Treibstoff bestehenden Sprengsatz und tötete damit 168 Menschen. Sieht da jemand einen Zusammenhang?

Es ist doch wenig verwunderlich, dass solche Geschehnisse zu einer brutalen Kultur gehören, die selbst ihr elementarstes kulturelles Gebot, nämlich „Du sollst nicht töten,“ ständig und routiniert missachtet. Fehlt der Respekt vor dem Leben, so wird das Töten Normalität. Den Rest besorgt Propaganda. Timothy McVeigh war überzeugt davon, dass eine kommunistische NWO-Verschwörung die USA und die Welt beherrschen wolle, und die Gesellschaft deshalb gegen den Staat und Alles, was sonst noch kommunistisch sein könnte, kämpfen müsse, damit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die Freiheit erhalten bleibt. Vater dieses in sich geschlossenen NWO-Weltbildes ist der christliche Fernsehprediger Pat Robertson, der ansonsten schonmal durch einen öffentlichen Aufruf zur Ermordung eines ihm nicht genehmen Präsidenten eines anderen Staates aufgefallen ist.

Die Ideologie von Anders Behring Breivik ist der von Timothy McVeigh in einigen Teilen nicht ganz unähnlich. Anders Behring Breivik ist ein konservativer Christ wie er im Buche steht: antikommunistisch, islamophob, Anti-Multikulti, nationalistisch und europäisch denkend zugleich und selbstverständlich pro-israelisch. Dieses Weltbild predigen die Medien den Menschen immer wieder und immer wieder. Als die mörderischsten Ideologien betrachtet Anders Behring Breivik den Marxismus, den Islam und den Nationalsozialismus – in dieser Reihenfolge. Er wähnte sich in einem Krieg zur Bewahrung der Kultur des christlich-jüdischen Abendlandes gegen den Islam, von dem er glaubte, dieser werde durch Vermischung die europäischen Kultur auslöschen. So kann die Welt aussehen, wenn man sie durch das Prisma des Kampfes der Kulturen betrachtet, das Samuel Huntington entwickelt hat, und von zahlreichen Medien ganz ernsthaft diskutierend massenhaft verbreitet wurde, ganz so, als ob in den Massenmedien niemand gemerkt hätte, dass damit von interessierter Seite inspiriert die Grundlage für eine Neuauflage der Ideologie einer jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung gelegt wurde, wobei diesmal jedoch die Religion des Judentums gegen den Islam, und der Begriff der Rasse gegen den der Kultur ausgetauscht wurde – und demnach nun eine kulturelle marxistisch-islamische Weltverschwörung, deren Waffe die Kultur ist, das Feindbild sein soll.

Die Massenmedien, die nun Betroffenheit heucheln, haben diesen ideologischen Kleister der Angstmache vor einer marxistisch-islamischen Weltverschwörung gegen die christlich-israelische Kultur genauso angerührt wie sie durch ihre Berichterstattung dazu beitragen, dass ein Respekt vor dem Leben in der konservativ-christlichen Kultur kaum vorhanden ist.

Wer mal einen längeren Blick auf die zahlreichen aggressiven und hasserfüllten Blogbeiträge und Kommentare der zionistischen „islamkritischen“ Konservativen wirft, der erkennt schnell, wo die Stereotpe und die Menschenverachtung bei den politisch inkorrekten Konservativen herkommen. Da wird der ideologische Faden der „konservativ-christlichen“ Massenmedien aufgenommen und praktisch genau da weitergemacht, wo Massenmedien aufhören.

Falls es jemand geben sollte, der es noch nicht mitbekommen hat: in Deutschland brennen derweil Moscheen, doch der Einfluss islamfeindlicher Publikationen wird nicht untersucht – und der konservativer erst recht nicht. In Norwegen ist der von Massenmedien der westlichen Wertegemeinschaft gezielt angerührte konservative Ideologie-Mix des Kampfes der Kulturen nun offenbar mal wieder explodiert.

Konservativer Terrorismus 24. Juli 2011
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