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19. April 2011

Gemeinsamer Aufruf der Friedens- und Anti-Atom-Bewegung zum Ostermarsch 2011

Eine Zukunft ohne Atomwaffen und Atomkraftwerke
Atomkraftwerke abschalten! – Atomwaffen abschaffen!
Gemeinsamer Aufruf Friedens- und Anti-Atom-Bewegung zum Ostermarsch 2011
Vor 25 Jahren hat die Katastrophe von Tschernobyl überdeutlich gezeigt: Eine sichere Nutzung von
Atomkraft kann es nicht geben. Durch die Reaktorkatastrophe wurde ein Gebiet verseucht, das halb
so groß ist wie die Bundesrepublik. Wie viele tausend Menschen als Folge dieser Katastrophe
umgekommen sind, ist nach wie vor ungewiss. 375 000 Menschen mussten umgesiedelt werden.

Von Anfang an war die Nutzung der Atomtechnologie militärisch dominiert. Mit den
Atombombenabwürfen auf Nagasaki und Hiroshima im Jahr 1945 wurden der Welt die Folgen des
militärischen Einsatzes von Atomwaffen dramatisch vor Augen geführt. Hunderttausende starben
qualvoll. Nachfolgende Generationen leiden noch immer an den Spätfolgen der radioaktiven
Strahlung.

Die Nutzung der Atomenergie ist unverantwortlich. Die Folgen des Uranabbaus, der
Urananreicherung und die Herstellung der Brennelemente verseuchen ganze Landstriche, machen
krank und sind tödlich. Für jede Tonne verwertbares Uranerz fallen bis zu 2000 Tonnen strahlender,
umweltbelastender Abraum an. Für die Lagerung des radioaktiven Abfalls gibt es weltweit noch keine
sichere Lösung und wird es wohl in naher Zukunft auch nicht geben.

Wir, die Anti-Atom- und Friedensbewegung, möchten gemeinsam darauf hinweisen: Die Nutzung der
Atomenergie gefährdet den Frieden in der Welt. Denn durch Atomkraftwerke und
Urananreicherungsanlagen nimmt die Gefahr der Ausbreitung von Atomwaffen zu. Solange
Atomwaffen existieren, bestehen die Gefahr und der Anreiz zu ihrer weiteren Verbreitung. Jede
Nutzung von Atomkraft bietet die Grundlage, das hergestellte Material in waffenfähiges
umzuwandeln. Deshalb ist die Exportförderung der deutschen Atomreaktoren ein Beitrag zum Bau
von neuen Atomwaffen. Ausstieg aus der Atomkraft ist darum unser Ziel.

Laut Schätzungen lagern derzeit 22 600 Kernwaffen in den weltweiten Arsenalen. Durch das neue
NATO-Konzept wird weiterhin der Ersteinsatz von Atomwaffen angedroht. Vor allem die
Atommächte müssen mit der Abrüstung beginnen. Gleichzeitig können atomwaffenfreie Zonen, z.B.
im Nahen und Mittleren Osten, geeignete Schritte auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt
sein. Als deutschen Beitrag zur atomaren Abrüstung fordern wir den Abzug der US-Atomwaffen aus
Büchel und die Beendigung der nuklearen Teilhabe im Rahmen der NATO.
Durch solche Schritte gäbe es die Chance, die Welt friedlicher und menschlicher zu gestalten. Allein
die USA geben jedes Jahr über 50 Milliarden Dollar für die Wartung ihrer Atomwaffen aus. Welch
gigantische Summe könnte für den Kampf gegen Hunger, Trinkwassermangel, Armut und
vermeidbare Krankheiten bereitgestellt werden!
Wir  fordern, dass weltweit alle Atomkraftwerke abgeschaltet und alle Atomwaffen abgeschafft
werden.